Emil will ans Meer

Heute verlassen wir Deutschland und fahren nach Dänemark. Die Grenzüberschreitung war vollkommen unspektakulär. Es ist wie so oft wenn man in Europa die Grenzen passiert, keiner will mehr den Ausweis sehen. Also bleibt auch diesmal Emils Kinderreisepass in der Tasche vergraben. Ein paar Km nach der Grenze wird die Fahrbahn einspurig und man muss langsam an der Polizei vorbei fahren. Am Seitenstreifen sehen wir ein dänisches Auto mit Anhänger. Die Fahrer müssen aussteigen und die Plane ihres Anhängers lüften. Unglaublich, der ganze Hänger ist voll mit Paletten an Softdrinks, Bier und wer weiß was sich noch in den Tiefen unterhalb der sichtbaren Paletten befindet. Dieses Erlebnis erinnert Martin an eine Geschichte welche ein Kollege erzählt hat. Lebensmittel, Getränke und vor allem alkoholhaltige Drinks sind im Land extrem teuer, so dass die Dänen nach Deutschland zum Einkaufen fahren. Die Pro-Kopf-Einfuhr-Mengen-Beschränkungen können leicht umgangen werden. Größere Mengen darf eine Privatperson einführen wenn z.B. ein Geburtstagsfest ansteht. Somit feiert immer irgendjemand aus der Familie ein Fest wo bestimmt 100 Gäste mitfeiern, hahahaha. Um sich nicht austricksen zu lassen, wird das Gewicht der Autos & Hänger vom Zoll / Polizei ermittelt, wobei diese oft die maximale Zuladung überschreiten und somit Geldbußen fällig sind.
Nachdem wir jetzt doch ein paar Tage viel gefahren sind, wollen wir uns nun eine Pause gönnen und in Dänemark verweilen. Unsere Reise führt uns ans Meer. Emil will ans Meer – Wir wollen ans Meer. Seele baumeln lassen, chillen, im Sand spielen, ein bisschen planschen, das soll für die kommenden Tage unsere Hauptbeschäftigung sein und bloß nicht mit dem Bus fahren. Also ab an die Nordsee, die sich eigentlich garnicht so weit weg anhört da man auch in Deutschland an die Nordsee fahren kann. Esbjerg soll es werden, ohne einen speziellen Grund. Martin lotst uns zielstrebig zu einem Campingplatz Nähe Blavand, gleich am Meer. Dort angekommen bleibt einem fast die Spucke weg bei den Preisen, die wollen doch tatsächlich 80 Euro pro Nacht. Aber das zahlt man wohl in Dänemark und innerlich beschließe ich noch viel öfters wild zu campen als vielleicht im Vorfeld gedacht. Der Campingplatz bietet wirklich viele Möglichkeiten und Abwechslung, aber nachdem wir ein bisschen weiter recherchiert haben finden wir einen weit aus günstigeren und für unsere Verhältnisse passenden Platz in Esbjerg. Lustigerweise wird einem in Dänemark immer ein fester Standplatz zugewiesen, was für uns neu und ungewohnt ist. Aber zu unserer Überraschung besitzen Campingplätze eine Küche die mitbenutzt werden kann und was noch viel toller ist, es gibt einen Babywickelraum und Sanitäranlagen für kleine Gäste welche für Papa & Mama zugänglich sind. Wie geplant bleiben wir hier 3 Nächte und Emil sieht dort das Meer zum ersten mal. Er ist sichtlich begeistert und will den Wellen immer entgegen laufen. Jedoch ist das Wasser und die Außentemperaturen zu kalt für ein kurzes Bad, aber zumindest mit den Füßen stapfen wir rein. Gut dass es jede Menge Sand am Strand gibt denn das scheint fast unsere einzige Möglichkeit zu sein, Emil aus dem Wasser zu bekommen, denn Sand durch die Finger rieseln zu lassen ist großartig. Wir genießen es Emil zuzuschauen, wie er seine Welt entdeckt und alles was so im Sand vergraben ist. Die Tage an einem Ort tuen uns gut und wir leben einfach in den Tag hinein und schauen was er so bringt.

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