Auf zu neuen Ufern / Wir verlassen Dänemark / Norwegen wir kommen

In Hirtshals angekommen suchen wir uns einen Campingplatz für die nächsten beiden Nächte, da unsere gebuchte Fähre erst Übermorgen nach Kristiansand übersetzt. Wir hatten keinen festen Termin für die Überfahrt angepeilt und daher die Schifffahrt erst wenige Tage vorher online gebucht. Da es 2 große Anbieter gibt, wir keinen großen Zeitdruck hatten, die Preise aber stark variieren und die Abfahrtzeiten für Reisende mit Baby mehr oder weniger gut sind, haben wir die für uns beste Option gewählt. Preislich alles im Rahmen, ähnlich als hätten wir alles vorab schon so geplant. Wir hatten das Gefühl Hirtshals ist primär ein Durchgangsort mit kurzer Verweildauer. Das merkten wir während unserer Suche nach einem Campingplatz. Die Gäste kommen immer zu den gleichen Stoßzeiten und es herrscht ein ständiger Wechsel.
Wir haben unseren Aufenthalt dazu genutzt erstmals eine Werkstatt anzusteuern um unser Kühlschrankscharnier reparieren zu lassen. Unfassbar, wir haben alles in allem (inkl. Problemschilderung und finaler Reparatur) 5 Minuten der Zeit eines Mitarbeiters in Anspruch genommen und dafür 20 Euro gelöhnt. Was daran so unfassbar ist? Die Reparatur bestand aus einer Schraube anziehen mit Spezialwerkzeug! Aber nun hält es und wir müssen uns keine Gedanken mehr darüber machen. Als nächstes stand auf unserer Liste die Vorräte aufzufüllen, denn man sagt dass die Lebensmittel in Norwegen nochmal teurer sind als bereits ins Dänemark. Die Auswahl an Supermärkten ist sehr groß und wir haben einfach einen ausgewählt der gut aussah. Unser Einkaufswagen ist schnell gefüllt, nur noch das Wasser fehlt. Will man dieses im dänischen Supermarkt kaufen, so erschrickt man erstmals bei den Preisen. Wasser ist teuer und die Auswahl begrenzt auf nur ein paar wenige Marken. Kann es denn echt sein, dass die Einheimischen um die 5 Euro für eine Flasche Wasser in einem regulären Supermarkt bezahlen? In Foren lesen wir, dass die Dänen überwiegend Wasser aus der Leitung trinken und die Nachfrage im Supermarkt gering ist. Leitungswasser ist für uns keine Option nachdem wir mit dem Bus unterwegs sind. Jedoch lesen wir eine Empfehlung erschwingliches Wasser im Discounter einzukaufen. Die Zeit verfliegt und das Mittagessen steht an. Wir entscheiden uns auf dem Parkplatz zu kochen, anstelle zurück an den Campingplatz zu fahren, denn dann können wir im Anschluss noch durch Hirtshals spazieren. Während die Nudeln und Soße vor sich hinköcheln, klopft es an der Tür und wir lernen Paulas Mama kennen. Sie kommen auch aus der Gegend um München und befinden sich wie wir auf einem Elternzeit-Roadtrip mit ihrer Tochter. Wir plaudern und tauschen uns aus, während die Kleinen sich kennen lernen. Es ist schön zu hören, dass jeder ähnliche Herausforderungen hat, wenn man mit Kind für einen längeren Zeitraum auf engem Raum unterwegs ist. Die 3 verlassen allerdings den Ort mit der Nachtfähre und wir hoffen sie auf unserer Reise wieder zu sehen, denn wir schlagen die selbe Richtung ein.
Als wir am späten Nachmittag am Campingplatz zurück kommen erwartet uns nur zwei Reihen von unserem Platz entfernt eine Verkaufsshow mit Alleinunterhalter der über den ganzen Platz schallt. In der Reihen stehen Zelt an Zelt diverse Anbieter, die Tupperware sowie verschiedenen Krimskrams rund ums Campen anbieten. Wir beobachten das Treiben erstmal aus sicherer Entfernung bevor wir uns angelockt von Grillwürsten diesen für uns sonderbaren Event aus nächster Nähe ansehen. Leider wurde unsere Kreditkarte an der Würstlbude nicht akzeptiert und dänisches Bargeld besitzen wir nicht.
Die Verkaufsshow findet ihren Höhepunkt und Ende in einer Verlosung, gerade rechtzeitig zum Abendessen und bevor wir Emil ins Bett bringen.
Am nächsten Morgen heißt es alles einpacken und ab zur Fähre. Ein paar Plätze weiter treffen wir eine sehr nette Familie mit 2 großen Hunden. Emil ist hin und weg von den Tieren und würde sie wohl am liebsten gleich mitnehmen. Nun heißt es aber ab an den Hafen.
Auf dem Schiff angekommen, suchen wir uns ein Platzerl zum sitzen. Neben Restaurant und Duty Free Shop finden sich zahlreiche weitere Einkaufsmöglichkeiten. Nach dem für Emil langweiligen Vormittag wollen wir mit ihm zum Spielen gehen. Jedoch entpuppt sich das Kinderspieleparadies als ein 2 auf 3 Meter kleiner Raum mit einem großen Flachbildschirm an der Wand über den die ganze Zeit Cartoons laufen. Wir sind enttäuscht, nicht nur weil Emil nicht spielen kann, sondern auch wieviele Eltern ihre Kinder dort einfach zwischenparken. Zurück an unserem Platz machen wir das Beste daraus, lassen zu dass Emil die Prospektständer ausräumen will und beobachten wie die Leute Paletten an Softdrinks aus dem Duty Free Shop karren. Eine Palette an Softdrinks kostet dort soviel wie 2 Dosen des Getränks regulär gekauft.
Nach gefühlt einer Ewigkeit erreichen wir endlich Kristiansand. Willkommen in Norwegen!

Site Footer